Willkommen beim Musikverein 1921 Bernbach

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1921
Als am Weißen Sonntag 1921 der Musikverein „Germania“ Somborn unter Leitung von Kapellmeister Franz Kreis bei der Prozession der Kommunionkinder mitwirkt, ist auch der Bernbacher Malermeister Josef Koch (knapp 17 Jahre alt) unter den Musikern. Sein Beispiel gibt den Anstoß, den Ehrgeiz einiger junger Bernbacher zu wecken und es den Sombornern gleichzutun.

Wenige Tage später ist der junge und musikalisch sehr begabte Willi Trageser I (Poster) eifrig bemüht, junge musikbegabte und -begeisterte Männer zusammenzubringen. In kurzer Zeit wird der Musikverein „Fidelio“ Bernbach mit neun jungen Leuten, die sich in einer Blaskapelle betätigen wollen, gegründet. Die Führung als 1. Vorsitzender übernimmt der 53-jährige Adam Müller aus Somborn, der in Bernbach verheiratet ist.

Die Gründer sind:
Willi Trageser I (Poster) 17 Jahre Es-Klarinette
Josef Koch 17 Jahre Trompete
Alfred Iffland (Bäcker Fred) 15 Jahre Trompete
Albert Aul II (De Dick) 17 Jahre 1. Tenorhorn
Konstantin Aul (Stantin) 17 Jahre 2. Tenorhorn
Karl Dehm 18 Jahre Posaune
Josef Weigand (Schütze Schwarz) 19 Jahre Posaune
Theodor Rieth (Lehrers Theodor) 18 Jahre Tuba
Adolf Aul (Schuster) 20 Jahre Schlagzeug

Wenig später treten noch Karl Schneider, Valentin Müller und Wendelin Koch bei.


Die Schwierigkeiten, die sich vor den jungen Männern nach dem Beginn auftürmen, ahnen sie jedoch nicht voraus. Die Beschaffung von Noten und Instrumenten sowie die Bezahlung eines Dirigenten fordern ungeahnte Opfer und Mühen von den Musikern.


1922
Kapellmeister Franz Kreis aus Somborn kann engagiert werden. Er fährt mit dem Fahrrad zu den Übungsstunden nach Bernbach und erhält für jeden Übungsabend 8 Mark. Diese werden dadurch aufgebracht, dass jeder Musiker 1,50 Mark zu den Übungsstunden mitbringt. Der Rest fließt in die Vereinskasse. Mit Fleiß und Ausdauer wird geübt und gespielt.

Die Instrumente werden teilweise bei bekannten Musikern in den Nachbarorten geliehen, denn es dauert geraume Zeit, bis jeder Aktive sein eigenes Instrument besitzt.

Vereinslokal wird das Gasthaus „Zum Grünen Baum“.


1923
Der erste öffentliche Auftritt des Musikvereins findet am 21.07.1923 anlässlich der Hochzeit des Vereinswirtes Julius Aul („Zum grünen Baum“) und seiner Braut Creszenzia Rieth statt. Gespielt werden der Choral „Mit dem Herrn fang alles an“ und ein Marsch.

Ein weiterer Auftritt steht im August 1923 an, als die Franziskanerpatres aus Salmünster, die lange Jahre hindurch Gottesdienst in Bernbach gehalten haben, Hochwürden August Ackermann als 1. Kuratus in die nunmehrige Kuratie Bernbach einführen.

Im Herbst des Jahres 1923 gibt der Musikverein mit großem Erfolg das erste Konzert. Die Öffentlichkeit wird langsam auf den jungen Verein aufmerksam, was zu einer erfreulichen Aufwärtsentwicklung sowohl der Mitgliederzahl des Vereines als auch der musikalischen Leistung der Kapelle führt.


1924
Im Jahre 1924 schließt sich der Musikverein mit dem Gesangverein „Teutonia“ Bernbach zusammen. Dies geschieht hauptsächlich wegen der geplanten Verpflichtung des Gelnhäuser Dirigenten Wilhelm Spielmann, der einen sehr guten Ruf hat und entsprechend teuer ist. Der Vereinsbeitrag des zusammengeschlossenen Vereins wird erhöht und Spielmann verpflichtet.

Allerdings wird die Verbindung zwischen Gesangverein und Musikverein zwei Jahre später wieder rückgängig gemacht. Die Gründe hierfür sind nicht bekannt, liegen aber wohl auf finanziellem Gebiet. Die Trennung stürzt den jungen Musikverein in eine schwere Krise, denn der Dirigent kann nicht mehr bezahlt werden und lange Zeit fallen die Proben aus.

Dies ist jedoch kein Hindernis kirchliche Auftritte abzuhalten. Des weiteren werden zwei Tanzkapellen aufgestellt, von denen die eine - „Fidelio“ - mit Streichinstrumenten auftritt. Sie spielen zu den Dorffesten, zur Kerb und in der Fastnachtszeit auf, einige Male auch auswärts, so zur Kerb in Ulmbach 1925 und 1926.

Zu dieser Zeit werden die Übungsstunden wieder aufgenommen, die Willi Trageser I als Dirigent leitet.


1927
1927 wird die musikalische Leitung wieder in die Hände von Wilhelm Spielmann gelegt.

Die rege Tätigkeit des Musikvereins in dieser Zeit beweisen die Feste in Horbach, Altenmittlau, Lützelhausen, Somborn, Neuses, Eidengesäß, Hof Eich und Niedermittlau, wo die Bernbacher Musiker gern gesehene Gäste sind, die mit ihren musikalischen Darbietungen Lob und Anerkennung erhalten.

Die rege Nachfrage nach den Bernbacher Musikern wirkt sich auch auf die Feste im Ort aus, an denen der musikalische Teil, einschließlich der Tanzmusik, vom Musikverein Bernbach gestaltet wird.
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